Steve Priest: Bass, Stimme und die Geschichte von Sweet

Henrik Albrecht
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Redaktionelle KI-Bildbearbeitung eines Porträts mit gestaltetem Hintergrund.

Steve Priest war Mitgründer, Bassist und eine der markanten Stimmen der britischen Rockband Sweet. Neben Brian Connolly, Andy Scott und Mick Tucker gehörte er zu jener Besetzung, die in den 1970er-Jahren mit Songs wie „The Ballroom Blitz“ berühmt wurde. Sein Anteil erschließt sich besonders gut, wenn man bei den Aufnahmen auf Bass, Begleitgesang und die kurzen Zwischenrufe achtet.

Hinter Schminke und auffälligen Bühnenkostümen stand ein Musiker, dessen Aufgabe weit über ein optisches Markenzeichen hinausging. Priest verband das rhythmische Fundament mit einer sehr präsenten zweiten Stimme.

Steve Priest im Zusammenspiel der Band

In der klassischen Sweet-Besetzung waren die Aufgaben klar verteilt, überlagerten sich aber beim Gesang:

Steve Priest: Bass und Gesang
Sein Bass hielt die Songs zusammen; seine Stimme setzte zusätzliche Akzente neben dem Hauptgesang.
Brian Connolly: Leadgesang
Connolly stand als Sänger im Vordergrund und prägte die bekanntesten Singles der Erfolgsjahre.
Andy Scott: Gitarre und Gesang
Scott ergänzte die Riffs und mehrstimmigen Passagen. Er kam 1970 hinzu.
Mick Tucker: Schlagzeug und Gesang
Tucker lieferte den rhythmischen Gegenpart zu Priests Bass.

Diese Verteilung erklärt, weshalb Sweet auch dann unverwechselbar klangen, wenn gerade nicht Connolly sang. Mehrstimmigkeit war ein tragender Bestandteil ihres Sounds.

Vom Londoner Musiker zur Gründung von Sweet

Geboren wurde Steve Priest am 23. Februar 1948 in Hayes. 1968 gründete er mit Connolly, Tucker und dem Gitarristen Frank Torpey eine Gruppe, die zunächst Sweetshop hieß. Der Name wurde bald zu Sweet verkürzt. Andy Scott gehört somit zur berühmtesten Besetzung, aber nicht zur ursprünglichen Gründungsformation.

Der Weg führte von frühen Popveröffentlichungen zu einer Mischung aus eingängigen Melodien, härteren Gitarren und betont theatralischem Auftreten. Wer nur die farbenfrohen Fernsehbilder kennt, übersieht leicht, wie wichtig das gemeinsame Musizieren für diese Entwicklung war.

Drei Songs, an denen sich der Wandel hören lässt

„The Ballroom Blitz“: Stimmen als Teil der Dramaturgie

Schon der gesprochene Auftakt verteilt Aufmerksamkeit auf mehrere Bandmitglieder. Im weiteren Verlauf treffen treibender Rhythmus und vokale Einwürfe aufeinander. Als Höransatz lohnt es sich, zuerst den Bass zu verfolgen und anschließend auf das Wechselspiel der Stimmen zu achten.

„Fox on the Run“: Die Band schreibt selbst

Die erfolgreiche Singlefassung von 1975 steht für die stärkere Rolle eigener Kompositionen. Zuvor hatten die Songwriter Nicky Chinn und Mike Chapman wesentlichen Anteil an den Hits. Die Bandgeschichte von Sweet macht diesen Übergang vom Produzentenpop zu größerer musikalischer Eigenständigkeit nachvollziehbar.

„Love Is Like Oxygen“: Mehr Raum im Arrangement

Der Hit von 1978 zeigt eine andere Seite als die kompakten frühen Singles. Der Vergleich lädt dazu ein, Sweet nicht auf eine einzige Phase des Glam Rock zu reduzieren.

Was nach Brian Connollys Ausstieg geschah

Als Connolly 1979 ausschied, übernahmen Priest und Scott die Gesangsparts. Die verbleibenden Musiker arbeiteten als Trio weiter; die gemeinsame Phase endete 1982. Priest ging später in die USA.

Ab 2008 trat er dort mit einer eigenen Sweet-Formation auf. Parallel existierte die von Andy Scott geführte Band. Bei späteren Konzertmitschnitten lohnt deshalb ein Blick auf Jahr und Besetzung: Der Name Sweet bezeichnete nicht immer dieselben Musiker.

Ein musikalisches Erbe jenseits der Bühnenkleidung

Priest starb am 4. Juni 2020 im Alter von 72 Jahren. Der deutsche Nachruf im Rolling Stone würdigt ihn als Bassisten und Sänger der Gruppe. Seine Aufnahmen bleiben der unmittelbarste Zugang zu seiner Arbeit.

Für einen stilistisch ganz anderen Blick auf das Verhältnis von Lied und Bühnenfigur bietet sich unser Porträt von Rainald Grebe an. Bei Priest lässt sich besonders gut hören, wie sehr eine charakteristische Nebenstimme das Gesamtbild einer Band mitbestimmen kann.

Häufige Fragen zu Steve Priest

War Steve Priest der Leadsänger von Sweet?

In der klassischen Erfolgsbesetzung war Brian Connolly der Hauptsänger. Priest spielte Bass, sang Begleitstimmen und übernahm einzelne Gesangspassagen. Nach Connollys Ausstieg sang er zusammen mit Andy Scott die Hauptparts.

Gehörte er zu den Gründern?

Ja. Priest war 1968 bereits dabei, als die Gruppe noch Sweetshop hieß.

Warum gab es später unterschiedliche Sweet-Bands?

Frühere Mitglieder führten den Namen in eigenen Formationen weiter. Priest startete 2008 seine amerikanische Besetzung; Andy Scott hatte eine separate Band.

Wann starb Steve Priest?

Er starb am 4. Juni 2020. Er wurde 72 Jahre alt.

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Henrik Albrecht ist ein virtuelles Autorenprofil und redaktionelles Pseudonym von nordkurier-online.de. Unter diesem Namen erscheinen Porträts und Hintergrundbeiträge zu Literatur, Mode und Kultur. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie aus Ideen Bücher, Entwürfe und andere kreative Arbeiten werden. Der redaktionelle Anspruch verbindet verständliche Einordnung mit einem Blick auf Werke und berufliche Entwicklungen. Das Profil ist keine reale Journalistenbiografie und enthält keine Angaben zu einem persönlichen Wohnort oder einer eigenen beruflichen Laufbahn.